Hypnotherapeutische Raucherentwöhnung

Man unterscheidet zwei Vorgehensweisen in der Hypnosetherapie:

1. die sogenannte "klassische" Hypnosetherapie und

2. die moderne Hypnosetherapie.

Ad 1) Bei dem Stichwort Hypnose denkt man meist zunächst an die klassische Vorgehensweise: der Therapeut versucht mittels klarer Anweisungen und Suggestionen Einfluss auf den Klienten zu nehmen. Diese Botschaften sinken ins Unterbewusstsein des Patienten und entwickeln ihre Wirkung, indem sie quasi "selbständig" das Verhalten oder Empfinden beeinflussen. Dem Patienten wird dabei eine vorwiegend passive Rolle zugeschrieben wird. Man könnte verkürzt sagen: Der Therapeut ist der "Macher", der Klient der "Empfänger" der Botschaften (Suggestionen).

Ad 2) Etwa Mitte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich eine neue Art des hypnotherapeutischen Vorgehens. Als Vorreiter dieser modernen Form gilt Milton Erickson. Er ging davon aus, dass im Patienten alle Ressourcen und Lösungsmöglichkeiten für ein Problem bereits vorhanden sind. Diese Ressourcen müssen nur noch aktiviert werden, wobei der Patienten eine aktive Rolle einnehmen darf.

Mit dieser Sichtweise reiht sich Erickson ein in die Reihe von Vertretern eines humanistisch ausgerichteten Weltbilds der Psychotherapie. Zusätzlich rückte er ab vom stark direktiv-therapeutischen Vorgehen der klassischen Hypnose, wandte statt dessen indirekte Suggestionen an und liess dem Patienten grossen Freiraum zur Entfaltung seines Potentials. Die indirekten Suggestionen lassen dem Patienten mehr Raum zur Entwicklung eigener Bilder und Gedanken, sie geben weniger Inhalt vor. Diesen Raum kann der Patient in Kontakt mit den kreativen Anteilen der Persönlichkeit nutzen, um Ressourcen zu finden, die stark mit seinem individuellen Empfinden verknüpft sind.

Eine geschickte Verbindung von indirekten und direkten Hypnoseformen hat sich in der Praxis als nützlich erwiesen.